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Handbuch „Beteiligung in der Jugendwerkstatt – Theoretische Überlegungen und praktische Erfahrungen“

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Das vorliegende Handbuch greift Erfahrungen eines Modellprojektes auf, dass von 2002 bis 2005 in der Jugendwerkstatt Garbsen durchgeführt wurde. Ziel war es, Beteiligungsformen in der Jugendwerkstatt weiter zu entwickeln und der Frage nachzugehen, was fördert die Beteiligung von jungen Menschen an ihrem eigenen Lern- und Entwicklungsprozess? Das Handbuch liefert eine theoretische Einführung in das Thema Partizipation und beschreibt anschließend das Vorgehen im Modellprojekt mit einzelnen praktischen Tipps für eine Umsetzung in der eigenen Praxis.

Zum Modellprojekt und den Inhalten des Handbuches

Im Projektzeitraum gab es in der Jugendwerkstatt orientierende, qualifizierende und berufsvorbereitende Maßnahmen (überwiegend gefördert durch Agentur für Arbeit, heute überwiegend durch die ARGE). Die jungen Menschen konnten sich u.a. in den Bereichen Natur und Technik, Garten- und Landschaftsbau, Tischlerei, Dienstleistung und Soziales qualifizieren oder einen Hauptschulabschlusskurs besuchen. In einer Maßnahme befanden sich maximal 36 Personen.

Für den Projektzeitraum sollten mehrere Teilnehmermaßnahmen für die Erprobung genutzt werden. Der erste Teilnehmerdurchgang erstreckte sich noch über 12 Monate. Danach reduzierte sich die Verweildauer der Jugendlichen auf sechs Monate. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren als ABM-Kräfte angestellt..

Die beiden letztgenannten Punkte hatten einen einschränkenden Einfluss auf den Partizipationsprozess in der Jugendwerkstatt, auf die Struktur des Projektes sowie auf die Erfahrungen, die dabei gesammelt werden konnten.

Fasst man die Wünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendwerkstatt zum Thema Partizipation zusammen, dann stellt folgende Aussage eine Art Leitsatz dar, der alle Beteiligten im Projektzeitraum immer wieder begleitete:

„Redet mit uns, geht auf uns zu, hört uns zu und nehmt uns und das, was wir sagen, ernst!“

Dieser Satz stammt von einer Teilnehmerin aus einem Workshop, der in jeder neuen Maßnahme zu Beginn durchgeführt wurde. Die TeilnehmerInnen konnten hier deutlich machen, welche Erfahrungen sie mit dem Thema Beteiligung haben, wie sie in der Jugendwerkstatt beteiligt werden möchten und was ihre Wünsche im Bezug auf den weiteren Lern- und Arbeitsprozess sind.

Die o.g. Kernaussage umschreibt, dass der Aspekt der Wertschätzung und des Ernstnehmens der jeweiligen Lebenssituation des Menschen eine wesentliche Grundlage darstellt, um überhaupt Partizipation lebendig werden zu lassen.

Im Vorfeld und während des Projektes haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr intensiv mit dem Thema Partizipation und der Frage beschäftigt, was Partizipation allgemein und insbesondere für die Arbeit in der Jugendwerkstatt bedeutet. Als Grundlage diente eine Definition von Schröder:

Partizipation in der Jugendwerkstatt heißt, Entscheidungen, die das eigene und das gemeinsame Leben und Arbeiten in der Jugendwerkstatt betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. (nach Schröder, Was ist Partizipation? In: LBS-Initiative Junge Familie. Kinder reden mit!Weinheim/Basel, 1995)

Nach dieser einführenden Projektbeschreibung werden im Kapitel 3 einige theoretische Überlegungen zum Thema Partizipation ausgeführt, die im Verlauf des Projektes und besonders in der Mitarbeiterrunde eine wichtige Rolle gespielt haben.

Die kurz skizzierten theoretischen Überlegungen bildeten den Rahmen für die praktische Auseinandersetzung mit dem Thema Partizipation in der Jugendwerkstatt. Dabei wurde immer wieder diskutiert, in welchen Partizipationsstufen agiert das Modellprojekt und welche Möglichkeiten bieten sich für einen Beteiligungsprozess in der Jugendwerkstatt.

Im Kapitel 4 werden praktische Beispiele aus dem Modellprojekt vorgestellt. Grundlage für alle Partizipationsarbeit in der Jugendwerkstatt war eine intensive Fortbildungsarbeit mit den MitarbeiterInnen der Jugendwerkstatt. Darüber hinaus wurden immer wieder Wokshops mit den TeilnehmerInnen durchgeführt, in denen besonders ihre Meinung, ihre Wünsche und Vorstellungen gefragt waren. Zentraler Ausgangspunkt und ein entscheidendes Partizipationsgremium war der Runde Tisch, an dem TeilnehmerInnen, MitarbeiterInnen und die Leitung die Alltagsprobleme der Jugendwerkstatt besprachen und nach Lösungen suchten.

Im Verlauf des Projektes sind einzelne Erkenntnisse herausgearbeitet worden, die für den Partizipationsprozess von besonderer Bedeutung waren Im Kapitel 5 werden die wesentlichen Erfahrungen des Modellprojektes zum Thema Partizipation in der Jugendwerkstatt zusammengefasst dargestellt.

Im Modellprojekt wird erkennbar, dass einzelne, besonders engagierte TeilnehmerInnen davon profitieren, erste positive Erfahrungen mit Partizipation machen und ihr Selbstwertgefühl gestärkt wird. Der zeitliche Rahmen von sechs Monaten pro Maßnahme kann nur sehr begrenzt dazu beitragen, dass sich eine Partizipationskultur etabliert und Beteiligung zum „Normalfall“ wird. Um einer Beteiligungsnormalität in kleinen Schritten näher zu kommen, muss das Thema Partizipation weiter „bearbeitet“ werden. Um diesen Prozess zu stärken, werden im Kapitel 6 einige Empfehlungen ausgesprochen.

Im Kapitel 7 werden die Ergebnisse einer Befragung dargestellt, bei der die Mitglieder des Runden Tisches im Sommer 2004 mit Hilfe des abgedruckten Leitfadeninterviews befragt wurden. Der Leitfaden und die Ergebnisse der Befragung werden als eine Möglichkeit zur Auswertung und Reflexion dargestellt.

Das Handbuch schließt im Kapitel 8 mit einem ausführlichen Literaturverzeichnis.

 

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